Werke 2026-01

Zerfall der Secco Malerei

Petite Rosselle

Zerfall der Secco Gemälde

Seit dem Jahre 2012 ist der Bergbau im Saarland eingestellt worden.

Die Kohleförderung in der Zeche Wendel (Carreau Wendel) in Petite-Rosselle wurde schon weitgehend im Jahr 1986 beendet.

Hätte ein Maler die Fördertürme und Anlagengebäude Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, als Malobjekte auf trockenem Putz, in einer der Industriehallen im Bereich der Zeche Wendel, als Zeugnis blühender Bergwerkskultur für die Nachwelt gemalt, hätte der Zahn der Zeit den einst brillanten Farben der Gemälde bis heute arg zugesetzt.   

Mein Portfolio soll den allmähligen Zerfall der ursprünglich detailreichen und farbkräftigen Gemälde widerspiegeln, wie es leider in der Secco-Malerei immer wieder zu beobachten ist. 

Die Secco-Malerei (=aufs Trockene) ist eine Technik, bei der Farben auf einen trockenen Putz aufgetragen werden. Im Gegensatz zur Freskomalerei,(=ins Feuchte) bei der die Farben in den noch feuchten Putz eingearbeitet werden. Durch das Auftragen der Farbe auf den trockenen Putz entsteht eine weniger dauerhafte Verbindung zwischen Farbe und Untergrund im Vergleich zur Freskomalerei, deren Farbbrillanz Jahrhunderte überdauert.

Die Haltbarkeit und Schärfe von Secco-Malereien können im Laufe der Zeit beeinträchtigt werden. Neben dem Verblassen der Farben können auch Umweltfaktoren die Schärfe und die Detailgenauigkeit der Gemälde beeinflussen, z. B. Bildung von Schimmel und Flechten.

Ein Beispiel für eine Secco-Malerei ist die Wandmalerei "Das letzte Abendmahl" von Leonardo da Vinci aus dem 15. Jahrhundert. Deutlich sind dort die Verfallsspuren zu erkennen.

Die 8 Bilder meines Portfolios sind  2018 fotografisch aufgenommen worden und mit künstlerischem Ansatz gefertigt, die den Zerfall der Gemälde in der Secco-Malerei simulieren. Die Farben verblassen, die ursprüngliche Wandkörnung wird sichtbar.

Dieter WALTER

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